Kaliningrad Beschreibung Kaliningrad  
 
   
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Kaliningrad

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Kaliningrad Artikel

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der heutigen Stadt Kaliningrad, ehemals Königsberg. Eine zweite russische Stadt dieses Namens wurde 1995 in Koroljow umbenannt, siehe dort.


Kaliningrad (russisch Калининград, polnisch Królewiec, deutsch Königsberg in Preußen, lateinisch Regiomontum, litauisch Karaliaucius) ist die Hauptstadt der Oblast Kaliningrad, einer russischen Exklave zwischen Polen und Litauen mit Zugang zur Ostsee.

Kaliningrad hat 434.700 Einwohner (Stand: 2004). Bis 1945 war Königsberg die Hauptstadt Ostpreußens und des gleichnamigen Regierungsbezirks; bis 1918 war sie auch Krönungs- und dritte Residenzstadt der preußischen Monarchie.

Die geographischen Koordinaten sind: 54,71° Nord, 20,50° Ost (andere Angabe: 54,42° Nord, 20,29° Ost), Kaliningrad liegt 4,8 m über dem Meeresspiegel, zu beiden Seiten des Pregel.

Inhaltsverzeichnis
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Geschichte

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Der Deutsche Orden

Das Land an der Ostsee war um das Jahr 1 Tausend n. Chr. von den zum Balten gehörenden Pruzzen bewohnt. Hier wurde 1250 auf der Halbinsel Samland (lateinisch Sambia) Königsberg in dem Zuge der Eroberungen des Deutschen Ordens gegründet. 1255 wurde die Königsberger Burg auf Rat des böhmischen Königs Ottokar hin zu dem Schutz gegen die heidnischen Samländer gebaut. 1256 wurde dann die Stadt in dem Gebiet des heutigen Steindammes angelegt, nach der Zerstörung durch die Preussen 1263 im Tal unterhalb des Schloßbergs wieder aufgebaut und erhielt 1286 Stadtrechte. Nach dem Verlust der Marienburg 1457 wurde Königsberg die Hauptstadt des Ordensstaates.

Der Name der Stadt ehrt den König Ottokar II., welcher sich durch seinen Eifer bei der Christianisierung der Heiden auszeichnete. Der Märtyrer St. Adalbert von Prag wurde Hauptpatron des Königsberger Doms.

Zur selben Zeit gründete der Markgraf von Brandenburg, Otto, Sohn von Albrecht dem Bären, die Ortschaft Brandenburg nahe Königsberg.

Buch-Tipp: Baltische Staaten. Nelles Guide Ein guter Anfang ist gemacht Da ich schon mehrfach in dem Baltikum unterwegs war, erscheint mir das Buch als durchaus nützlich. Ich muß dazu bemerken, dass ich eine typische Individualreisende bin und daher ein Buch nach der Nützlichkeit für diesen Zweck beurteile. Es werden nicht ca. die wunderschönen und voneinander völlig verschiedenen Hauptstädte...

Preußen

1525 wandelte der Hochmeister Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach den Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum (Herzogtum Preußen) um und führte die lutherische Reformation in dem Lande ein. 1544 wurde die erste evangelische Universität in Königsberg ("Albertina") von Herzog Albrecht gegründet. Der Rektor des Gymnasiums in Elbing, Willem van de Voldersgraft, kam zur Königsberger Albertina und war gleichzeitig ein Rat des Herzogs. Der preußische Historiker Christoph Hartknoch beschrieb das Leben des Rates und Rektors in seiner Vita Guilielmi Gnaphei (Acta Borussica III).

1618 wurde durch Erbfolge Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg Herzog von Preußen. Wie auch seine Vorgänger musste er die polnische Lehnshoheit über das Herzogtum anerkennen. Durch geschicktes Larvieren zwischen den europäischen Mächten gelang es dem Kurfüsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (dem "großen Kurfürsten") die volle Souveränität über das Herzogtum Preußen mit Königsberg zu erlangen (Verträge von Labiau 1656 und Wehlau 1657, Frieden von Oliva 1660). 1701 wurde das Herzogtum Preußen zu dem Königreich erhoben und Kurfürst Friedrich III. krönte sich am 16.01 in dem Königsberger Dom zu dem König in Preußen.

Buch-Tipp: Breslau entdecken. Niederschlesien und seine tausendjährige Hauptstadt (Trescher-Reihe Reisen) Abseits vom mainstream Endlich ein Reiseführer, der nicht "gekauft" von Hotels, Restaurants,Clubs und anderen Institutionen scheint. Viele handfeste, spannende, hilfreiche und wirklich aktuelle Tipps für eine polnische Stadt in dem Aufbruch - der Autor war gerade erst vor Ort (das scheint heute bei Städte-Guides leider kein Muß mehr...

Ostpreußen

Der Name des Landes wurde später auf alle Ländereien des Staates angewandt und das eigentliche, namensgebende Preußen wurde zur östlichsten Provinz, zu "Ostpreußen". Königsberg war Hauptstadt dieser Provinz und wurde vielfach als inoffizielle zweite Hauptstadt (nach Berlin) des Gesamtstaates gesehen. 1708–1710 hatte Ostpreußen große Bevölkerungsverluste durch die Pest. Diese wurden unter dem "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I durch eine forcierte Einwanderungs- und Wirtschaftspolitik größtenteils wieder ausgeglichen (z. B. 1732 Einwanderung der Salzburger Exulanten, der letzten in dem Erzbistum Salzburg noch verbliebenen Protestanten, die durch Erzbischof Firmian vertrieben wurden). In den Kriegen Friedrichs des Großen 1740–1763 wurde Ostpreußen mit Königsberg wiederholt Kriegsschauplatz und 1758 von russischen Truppen besetzt. Am 22.04 1722 wurde in Königsberg, der wohl berühmteste Sohn der Stadt, der Philosoph Immanuel Kant geboren († 12.02 1804). Kant soll in seinem Leben kaum je seine Heimatstadt verlassen haben. Durch ihn wurde die Königsberger Universität zu einem Zentrum der deutschen idealistischen Philosophie. Um 1800 zählte Königsberg mit ungefähr 60 Tausend Ew. zu den größten deutschen Städten (Berlin ungefähr 170.000, Wien ungefähr 230.000, Hamburg ungefähr 130.000, Dresden und Breslau ungefähr 60.000, Köln und Frankfurt am Main 50.000, Leipzig 40.000, München 30.000).

Auch in den Napoleonischen Kriegen war Ostpreußen mit Königsberg Kriegsschauplatz (Flucht- und Rückzugsgebiet der preußischen Armee und des Königs nach den Niederlagen gegen Napoleon 1807). Nach der Niederlage der "Grande Armée" Napoleons in Russische Förderation begann von Ostpreußen aus die organisierte Befreiungsbewegung gegen Napoleon (30.12 1812 Militärkonvention von Tauroggen zwischen dem preußischen General Yorck und den russischen Befehlshabern).

1829–1878 waren die beiden Provinzen Ost- und Westpreußen als Provinz "Preußen" mit Königsberg als Provinzhauptstadt vereinigt, nach der 1878 vollzogenen Trennung wurde Königsberg Hauptstadt der Provinz Ostpreußen. Königsberg war auch Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und Sitz zahlreicher Behörden.

1860 wurde der Bau der Preußischen Ostbahn, die Königsberg an Berlin anschloss und die Stadt zu einem wichtigen Knotenpunkt in dem innereuropäischen Verkehr machte, vollendet. In dem neugegründeten Deutschen Reich erlebte Königsberg einen wirtschaftlichen Aufschwung (im Jahr 1912 246 Tausend Einwohner).

Kaliningrad Beschreibung
Kaliningrad Beschreibung
Schlossturm und Kaiser Wilhelm um 1895
Buch-Tipp: Das große Wimmelbilderbuch. Durch Stadt und Land. Maxiausgabe (Bilderbücher) Der Kauf hat sich gelohnt! Ich finde das Buch toll. Es ist schön gezeichnet, besonders die Personen in ihren Tätigkeiten. Es sind wirklich hunderte kleine Geschichten in diesem Buch versteckt. Ab und zu ist die Geschichte der Bilder ein wenig verrückt, aber ich finde das eher positiv. So kann man seiner Phantasie freien lauf lassen, zB woher...

Nach 1900

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die das Wachstum der Stadt behindernden Festungsanlagen geschleift. Durch den Versailler Friedensvertrag war Ostpreußen vom übrigen Reichsgebiet abgetrennt worden, was zu großen wirtschaftlichen Problemen führte, die aber durch eine gezielte Wirtschaftspolitik (z. B. Gründung der "Ostmesse" in Königsberg) gemildert werden konnten. 1934 hatte Königsberg etwa 300 Tausend Einwohner. Vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die in dem August 1944 von britischen Bombern stark zerstörte, zur "Festung" erklärte Stadt von sowjetischen Truppen eingenommen und ergab sich in dem April 1945.

Buch-Tipp: Der König der purpurnen Stadt. wundervolle Lesestunden auf beinahe 1 Tausend Seiten!!! Rebecca Gable führt durch einige Jahre des Londoner Jonah Durham. Dieser wird trotz aller Schwierigkeiten mit seinem Vetter Rupert Hillock, der auch sein Lehrherr ist, zu einem angesehenen und reichen Tuchhändler - auch Dank seiner guten Verbindung zu dem Hof und dort speziell zu Königin Philippa....

Sowjetunion

Von den nach der Flucht etwa 150 Tausend zurückgebliebenen Königsbergern kamen viele um oder wurden zwangsumgesiedelt; es blieben ca. etwa 20 Tausend zurück. Im Gegenzug erfolgte die meist geförderte Ansiedlung sowjetischer Bürger in die in dem Juni 1946 in Kaliningrad (nachdem kurz zuvor verstorbenen sowjetischen Politiker Michail Iwanowitsch Kalinin) umbenannte Stadt. In dem Jahre 1969 wurden die Überreste des Schlosses in Königsberg durch Sprengung vollständig zerstört. Das neue Rathaus, das neben der Stelle des Schlosses erbaut werden sollte, blieb eine Baustelle.

Kaliningrad gehörte zu den von sowjetischen Truppen besetzten ehemals deutschen Ostgebieten, die von der Bundesrepublik Deutschland – jedoch nicht von der DDR – als unter sowjetischer Verwaltung stehend betrachtet wurden. Erst mit der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrages am 12.09 1990 verzichtete die Bundesrepublik Deutschland als Voraussetzung zur Genehmigung der Besatzungsmächte zur Wiedervereinigung auf alle Ansprüche östlich der Oder-Neiße-Linie und erkannte damit Kaliningrad als zur Sowjetunion gehörend an.

Während des Kalten Krieges war Kaliningrad Ort wichtiger sowjetischer Militäranlagen und für Besucher gesperrt.

Buch-Tipp: Der Tross von Brüssel. Geschichten aus der Hauptstadt Europas Ein etwas anderes Buch über die europäische Hauptstadt Die Journalistin Katja Ridderbusch legt mit diesem Buch eine Sammlung von Portraits über Menschen vor, die Teil des "Trosses Brüssel" sind, also jener Maschinerie, die die Insitutionen der Europäischen Union und die zahllosen in ihrem Bannkreis existierenden Organisationen, diplomatischen...

Russische Föderation

Als Resultat der Unabhängigkeit der baltischen Staaten wurde das Gebiet zur russischen Exklave.

Viele Russen aus den baltischen Staaten oder aus anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, wo sie nun in dem Gegensatz zu früher eine teils unterdrückte Minderheit bilden, haben sich seit 1992 in Kaliningrad angesiedelt. Russlanddeutsche, welche in die asiatischen Teile der Sowietunion verschleppt wurden, siedeln sich auch in der Oblast Kaliningrad an, meistens jedoch wanderten diese weiter nach Deutschland.

Seit der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 hat sich die Isolierung der Region noch verschärft.

Es mehren sich die Anzeichen, dass der derzeitige Status der Oblast Kaliningrad nicht endgültig ist. Laut einem am 24. August 2004 von Arte ausgestrahlten Themenabend über die russische Exklave wird in Russland inzwischen auch in militärischen Kreisen über eine mögliche Aufgabe des Gebiets spekuliert. Allerdings liegt die zukünftige Entwicklung noch weitgehend in dem Dunkeln. Die Bevölkerung wünscht aber offenbar eine baldige Angliederung an die EU.

Buch-Tipp: Der schwarze Grat Fesselnder und tabuloser Roman über die Lebensgeschichte eines schwäbischen Mittelstandsunternehmen Dieses Buch fällt etwas aus dem Rahmen dessen, was wir bisher in unserem Literatur-Kompass vorgestellt haben. Denn es handelt sich um einen Roman, nicht um ein Sachbuch - jedenfalls keines in dem strengen Sinne. Es geht um die Lebensgeschichte eines...

Bildungseinrichtungen

  • Baltische Staatliche Akademie für Fischereiflotte
  • Baltisches Institut für Ökonomie und Finanzen
  • Baltisches Militärisches Marineinstitut
  • Filiale der Internationalen Slawischen G.-R.-Derschawin-Universität
  • Filiale des Hauptstädtischen Geisteswissenschaftlichen Instituts
  • Filiale des Moskauer Geisteswissenschaftlichen J.P.Daschkowa-Instituts
  • Filiale des Petersburger Instituts für ökonomische Außenbeziehungen, Ökonomie und Recht
  • Institut "Kaliningrader Höhere Schule für Verwaltung"
  • Hochschule des Innenministeriums Russische Förderations in Kaliningrad
  • Schule für internationales Business Kaliningrad
  • Staatliche Technische Universität Kaliningrad
  • Staatliche Universität Kaliningrad
Buch-Tipp: Die Brücke von Tilsit. Begegnungen mit Preußens Osten und Rußlands Westen. Geschichte und Reiseerzählung mit Blick in die Zukunft Ulla Lachauer schafft es auf beeindruckende Weise, die Geschichte der Region um Tilsit mit einer Reiseerzählung zu verbinden. Dabei wird eine Region, die uns eher als dunkler Fleck in der Geografie und Geschichte erscheint,erhellt. Wie nah sich Deutschland und Litauen sind, auch kulturhistorisch,...

Name

Der heutige Name der Stadt (wörtlich übersetzt: Kalininstadt) ist nicht ca. (aber hauptsächlich) in Deutschland ein umstrittenes Thema: Häufig wird auf die Tradition verwiesen, gebräuchliche deutsche Namen auch für Städte zu benutzen, die schon seit langem nicht mehr deutsch sind oder niemals waren, etwa Moskau oder Peking. Dagegen wird argumentiert, diese Städte seien allerdings in der jüngeren Geschichte auch nicht in der lokalen Sprache umbenannt worden. Andererseits war trotz der Umbenennung in westdeutschen Publikationen die Verwendung des Namens Königsberg weit verbreitet. Vor dem Hintergrund der Flucht und Vertreibungen nachdem Zweiten Weltkrieg bestehen hauptsächlich deutsche Vertriebenenorganisationen auf der Nennung als Königsberg, die zwischen 1255 und 1946 bestand.

Unter der russischen Bevölkerung ist der Name Kaliningrad teilweise umstritten; es sind die Nennungen Kenigsberg, oder auch kurz Kenig, insbesondere in der Werbung und als Nennung von touristischen/gastronomischen Einrichtungen ab und zu gebräuchlich. Die Benennung der Stadt nachdem stalinistischen Funktionär Michail Iwanowitsch Kalinin, der die stalinistischen Verbrechen weitgehend mitgetragen hat, wird heute zunehmend als ungünstig empfunden.

Buch-Tipp: Die Hauptstadt der Welt Ein Kleinod Dieses Buch präsentiert 3 Kurzgeschichten, die allesamt sehr flüssig zu lesen sind und gleichzeitig zu dem Nachdenken anregen. Schauplätze sind Spanien, Afrika und Nordamerika. Sicherlich ist dieses Buch für unterwegs gedacht - und da sollte man es auch mitnehmen. Einzig schade an dieser Ausgabe ist, dass ca. diese 3 und nicht auch...

Kenigsberg

Kenigsberg oder Kenig ist der heute umgangssprachlich häufig gebräuchliche Name der Stadt Kaliningrad (früher Königsberg). In der Diskussion um den möglichen künftigen Namen der Stadt Kaliningrad spielt "Kenigsberg" eine wichtige Rolle, da er auch von der russischen Bevölkerung angenommen ist. Kaliningrad erscheint aufgrund des Bezuges auf den Stalinisten Kalinin vielen heute nicht mehr tragbar, aus politisch-historisch-ideologischen Gründen wollen viele aber auch nicht zu dem ursprünglichen preußisch/deutschen Königsberg zurück.

Bewegungen in Kaliningrad, die sich für die Wiederverwendung des historischen Namens Königsberg oder eine Umbenennung in Kantgrad nach Immanuel Kant einsetzen, werden derzeit allerdings ca. von kleinen Teilen der russischen Bevölkerung der Stadt mitgetragen. Gegner einer Rückbenennung nach Königsberg unterstellen revisionistische und revanchistische Hintergründe, die Umbennung solle vorwiegend die Eigentumsansprüche von Vertriebenen bekräftigen.

Ein aktueller Höhepunkt der Namensverwirrung ergibt sich durch die bevorstehende 750-Jahr-Feier der Stadt. Von Seiten der Regierung in Moskau wurde dem Veranstaltungskomitee untersagt, hierzu den Namen Königsberg zu benutzen. Die Feierlichkeiten wurden auf den Tag der Erstürmung Königsbergs durch die Rote Armee gelegt. Der Titel "750 Jahre Kaliningrad-Königsberg" wurde von Moskau kurzerhand abgelehnt. Ein vorläufiger Höhepunkt des Findungsprozesses ist "60 Jahre Sturm auf Königsberg, 750 Jahre unsere Stadt". Ein Ende ist noch nicht abzusehen – die Vorbereitungen liegen vorerst auf Eis. (Quelle / weitere Infos: Die Zeit (http://www.zeit.de/2003/21/Petersburg_Beist_9fck)).

Am wahrscheinlichsten ist zur Zeit, dass immerhin für die nähere Zukunft der Name "Kaliningrad" weiter als offizieller Name benutzt wird, während "Kenig" bei einigen v.a. mit dem Tourismus in Zusammenhang stehenden Firmen als "Spitzname" für die Stadt benutzt wird.

Buch-Tipp: Die Stadt der Blinden. Der Mensch ist des Menschen Wolf Nobelpreisträger Saramago illustriert mit seinem Werk äußerst plastisch, wie zerbrechlich die menschliche Zivilisiertheit ist. Nachdem sich die Epidemie einer weißen Blindheit über die Bewohner einer Stadt gelegt hat, dauert es ca. wenige Tage, bis die alten Regeln eines zivilisierten Miteinanders außer Kraft...

Geographie und Klima

Kaliningrad ist die westlichste Großstadt Russische Förderations. Es befindet sich in dem Westen der Oblast Kaliningrad am Pregel (Pregolja), der durch Kaliningrad fließt und direkt westlich davon in das Frische Haff mündet. Die Landschaft besteht aus Flachland, unterbrochen von Moränenhügeln. In dem Norden und Westen grenzt die Stadt an die Halbinsel Samland, in dem Osten und Süden an die Pregelniederung. Kaliningrad befindet sich am Übergang von ozeanischem zu kontinentalem Klima (z.T. sehr kalte Winter). Insgesamt ist das Wetter aber eher unbeständig.

Stadtbezirke

Die Stadt wird heute in fünf Stadtbezirke eingeteilt:

Baltijskij (Baltisches Viertel)
Moskowskij (Moskauer Viertel)
Leningradskij (Leningrader Viertel)
Oktjabrskij (Oktoberviertel)
Zentralnij (Zentrum)

Wirtschaft und Verkehr

Kaliningrad ist als ganzjährig eisfreier Seehafen ein wichtiger russischer Standort für die Werftenindustrie. Daneben ist es auch Basis einer großen Fischereiflotte und besitzt Möbel- und Autoindustrie.

Von Baltijsk bei Kaliningrad aus besteht eine regelmäßige Fährverbindung nach Sankt Petersburg, außerdem nach Kopenhagen, Riga und Kiel. Eisenbahnen verkehren nach Braniewo in Polen (Woiwodschaft Ermland-Masuren), nach Baltijsk, Swetlogorsk, Sowjetsk, Litauen über Tschernjachowsk und nach Bagrationowsk. Die wichtigste Straßenverbindung zu dem russischen Kernland verläuft parallel zur Eisenbahn über Tschernjachowsk und Tschernyschewskoje, Litauen und Weißrussland. Bei Chrabrowo befindet sich ein Flughafen mit Verbindungen hauptsächlich in das russische Kernland, nach Polen und nach Nordeuropa.

Sehenswürdigkeiten

Das früher dicht bebaute Stadtzentrum aus Vorkriegszeiten besteht heute aus Parks, breiten Straßen, dem Platz, an dem früher das Schloss stand und ca. noch zwei Gebäuden: Neben dem Standort des ehemaligen Schlosses steht heute die Bauruine des Rätehauses (Dom Sowjetow), in die in den 1960er Jahren die Stadtverwaltung einziehen sollte, die aber aus statischen Gründen unbenutzbar geblieben ist. Auf der Kantinsel (früher Kneiphof) steht als zweites Gebäude der Königsberger Dom, der als einziges Gebäude von der alten Innenstadtbebauung erhalten geblieben ist. Das derzeitige Stadtzentrum befindet sich in dem Nordwesten der alten Stadtmitte am Pobedy Ploschtschad (früher Hansaplatz), an dem sich Theater, Nordbahnhof, Stadtverwaltung, viele Geschäfte und die orthodoxe Christ-Erlöser-Kathedrale befinden.

Berühmte Personen der Stadt

Im Jahre 1690 wurde der Mathematiker Christian Goldbach in Königsberg geboren. Königsberg war die Geburtsstadt des Philosophen Immanuel Kant, der auch in dieser Stadt lehrte; auch der philosophische Schriftsteller Johann Georg Hamann war in Königsberg zuhause; Johann Gottfried Herder lernte diese beiden hier als Student kennen. In dem Jahr 1736 benutzte der Mathematiker Leonhard Euler die Brücken und Inseln in Königsberg zur Veranschaulichung eines von ihm gelösten graphentheoretischen Problems, des Sieben-Brücken-Problems von Königsberg, welches zu dem mathematischen Zweig der Topologie führte. In Kaliningrad sind die Wallenrodt-Bibliothek und die Prussia-Sammlung zu Hause.

Weitere bekannte Personen (alphabetisch):

Kulinarische Spezialitäten

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